Der Plötzliche Tod ist der häufigste.

In der Krankheitsprävention bzw. der Gesundheitsförderung liegen die Stärken der Naturheilkunde. Vorbereitet sein auf das was kommen kann. Hier hilft jedoch keine unstrukturierte Einnahme von Präparaten oder die Durchführung dubioser Therapieangebote, sondern viel mehr eine zielgerichtete Unterstützung der Schwachpunkte des Körpers, angepasst an die individuellen Lebensweisen und unter Berücksichtigung von Wissenschaft und traditioneller Heilkunst.





Schlaganfälle und Herzkrankheiten sind die häufigsten Todesursachen.

Herzkrankheiten blieben wie seit rund 20 Jahren die häufigste Todesursache. Daran starben 2019 fast neun Millionen Menschen weltweit, gut zwei Millionen mehr als im Jahr 2000. Insgesamt machten Herzkrankheiten 16 Prozent der weltweiten Todesfälle aus.


Das Herz ist der Motor in unserem Leben: Es pumpt jede Minute etwa fünf Liter Blut durch den gesamten Körper und das ein Leben lang. Stress, eine ungesunde Ernährung oder Bewegungsmangel können unserem Herz zusetzen. Die Forschung ist der Meinung, dass 90 Prozent der Herzinfarkte durch einen ungesunden Lebensstil verursacht und somit von den Betroffenen selbst verhindert werden könnten. Die Naturheilkunde kennt wirkungsvolle Techniken, mit deren Hilfe einige Belastungsfaktoren für das Herz ausgeschaltet werden können. Es geht darum, das Herz zu schützen, bevor es krank wird, oder aber es zu unterstützen, wenn es schon geschädigt ist.



Denn die häufigsten Todesursachen in Deutschland sind immer noch Herzinfarkt und Schlaganfall, auch die chronische Herzschwäche nimmt zu. Ein großes, globales Forschungsprojekt (die so genannte INTERHEART-Studie) ermittelte als zentrale Risikofaktoren für einen Herzinfarkt folgende Parameter: Blutfette, Rauchen, Bluthochdruck, Übergewicht (vor allem Bauchfett), Diabetes, psychosoziale Einflüsse, zu geringer Verzehr von Obst und Gemüse, Alkohol und Bewegungsmangel. Dabei seien diese Lebensstilfaktoren weitaus wichtiger als Vererbung und Umwelteinflüsse.

Übrigens: Ob Ihr Blutdruck krankhaft erhöht ist, hängt nicht nur von den offiziellen Richtwerten ab, sondern auch von Ihrer individuellen Konstitution, Ihrem Alter und Ihren weiteren Risikofaktoren. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Faktoren gehören u. a. Stress über längere Zeit, Rauchen, Übergewicht, erhöhter Alkohol- und Kochsalzkonsum, zu wenig Bewegung sowie das Schlafapnoe-Syndrom. Blutdruckmedikamente haben Nebenwirkungen und müssen in der Regel ein Leben lang genommen werden. Daher lohnt es sich, schon frühzeitig auf einen Lebensstil zu achten, der den Blutdruck schont oder zumindest die Medikamenten-Dosierung herabsetzt. Unterstützend zur Lebensstilmodifikation bietet die Komplementärmedizin ein reiches Therapieangebot, mit dem Sie Ihren Hochdruck dauerhaft senken können. Dazu gehören unter anderem kalte Güsse (nach Kneipp), Schwitzen in der Sauna, regelmäßige Bewegung oder auch der naturheilkundliche Aderlass bzw. die Blutspende.


Das können Sie bei Bluthochdruck selbst tun: Schwitzen in der Sauna

Durch das Schwitzen entkrampfen sich die Arterien. Bei regelmäßigen Saunabesuchern, die ein- bis zweimal die Woche saunieren, weiten sich die Gefäße in Armen und Beinen schon nach drei Monaten um mehr als ein Fünftel, nach fünf Jahren sind es sogar 40 Prozent. Das Ergebnis: Der Blutdruck sinkt, das Herz wird besser mit Sauerstoff versorgt, und der Herzmuskel ist entlastet. Vorsicht: Bei hohem Blutdruck nicht in das kalte Tauchbecken springen!


Risiko Blutfette:

Cholesterin ist nicht per se schädlich und für die meisten Menschen völlig ungefährlich. Es ist ein Fett (Lipid), das zu etwa drei Vierteln im Körper selbst (vor allem in der Leber und im Dünndarm) hergestellt wird. Das restliche Viertel wird mit der Nahrung aufgenommen. Cholesterin "schwimmt" im Blut, wird von den Zellen aufgenommen und ist ein wichtiger Bestandteil der Zellwände. Im Rahmen einer Blutuntersuchung wird in der Regel zuerst der Gesamtcholesterinwert im Körper ermittelt. Dieser allein ist jedoch noch nicht aussagekräftig. Präzisere Hinweise für die Gesundheit liefert die Bestimmung von HDL-Cholesterin und LDL-Cholesterin. Dabei ist das LDL schädlich, denn es lagert sich an den Gefäßwänden ab und führt zu Arterienverkalkung. Folge sind Verengungen der Arterien mit Durchblutungsstörungen oder ein Verschluss. Passiert das an den Arterien des Herzens oder des Gehirns, kann die reduzierte Sauerstoffversorgung zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen. Das "gute" HDL-Cholesterin nimmt hingegen überschüssiges Cholesterin auf und bringt es zurück zur Leber, wirkt also den Ablagerungen an den Gefäßwänden entgegen und kann eine Erhöhung der "ungünstigen" Fette gewissermaßen ausgleichen. Cholesterin zu senken heißt darum vor allem, das LDL zu verringern und im gleichen Atemzug das HDL zu vermehren.



Das können Sie tun: Hochwertige Omega 3 Öle

Zwei von drei Deutschen haben zu viel LDL Cholesterin im Blut und gefährden dadurch ihr Herz. Zum Teil sind die erhöhten Werte genetisch bedingt, der weitaus größere Teil resultiert jedoch aus Lebensstilfaktoren. Dazu zählt vor allem die falsche Ernährung, und hier vor allem ein Zuviel von tierischen Produkten, denn rotes Fleisch und noch mehr Wurst sind das größte Herzrisiko. Dabei geht es nicht nur um die enthaltenden gesättigten Fettsäuren, die die Gefäßwände angreifen, sondern auch um ein Zuviel an Arachidonsäure und Proteinen, das zu Immunreaktionen im Körper führt und entzündliche Krankheiten, zum Beispiel der Gelenke, fördert. Diese Risiken werden positiv beeinflusst, wenn die Ernährung vollständig oder überwiegend auf pflanzliche Lebensmittel umgestellt wird, aber auch das (Intervall)-Fasten, mehr Ballaststoffe und Vollkornprodukte sowie die richtige Auswahl der Fette und Öle und natürlich der Alkoholverzicht sind wesentliche Therapiebausteine.


Das können Sie bei erhöhten Blutfetten selbst tun: Hafer und Apfelringe!

Hafer enthält hohe Anteile der so genannten Beta-Glutane. Das sind lösliche Ballaststoffe, die das Immunsystem stärken, Entzündungen hemmen und den Cholesterinspiegel senken. Schon drei Gramm Beta-Glutane (etwa vier Esslöffel Haferkleie) täglich können das Gesamtcholesterin und das LDL-Cholesterin um 5-10 Prozent reduzieren. Und: Forscher fanden heraus, dass zwei Äpfel täglich den LDL-Spiegel senken. Auch getrocknete Apfelringe haben ein erstaunliches Potential, das Gesamtcholesterin und dabei vor allem das schädliche LDL-Cholesterin um 24 Prozent zu senken.

Risiko Bewegungsmangel Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass regelmäßige, langfristige und richtig dosierte körperliche Aktivität das kardiovaskuläre Risikoprofil nachhaltig verbessert. Sie stärkt den Herzmuskel, erhöht seine Leistungsfähigkeit und hilft, den Blutdruck zu senken. Im Ruhezustand sinkt der Puls. Dosierte Anstrengung verbessert zudem die Herz-Lungen-Funktion. Eine wichtige Rolle spielt das Stickstoffmonoxid, das in der Herzwand gespeichert wird, die Gefäße schützt und im Falle eines Infarktes dessen Folgen minimiert. Die Entzündungsbereitschaft des Körpers wird geringer, die Insulinsensitivität steigt, der Blutzuckerspiegel wird stabilisiert.


Bewegung!



Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass regelmäßige Bewegung wichtiger als ein Idealgewicht ist und dadurch Risiken ausgeglichen werden können, die von Übergewicht ausgehen. Eine wichtige Rolle spielt die Intensivität der Bewegung – es ist wie bei allem – die Dosis macht das Gift! Man sollte beim Training schon kurz ins Schwitzen kommen und ins rasche Atem geraten. Sich jedoch zu sehr auszupowern, erhöht den Trainingsgewinn nicht und wirkt sich eher negativ auf die Gesundheit aus. Wenn Sie beim Walken oder Joggen noch gut sprechen können – aber schon leicht außer Atem kommen – dann ist es gut. Die Belastung sollte mehr als 20 Minuten sein und mindestens dreimal wöchentlich ausgeübt werden. Wenn Sie schon Herzbeschwerden oder einen Infarkt überstanden haben, sollten Sie Ihr Programm vorab mit einem Fachmann besprechen. In diesem Fall sollte die Belastungsgrenze bei lediglich 60% liegen.


Das können Sie bei Bewegungsmangel selbst tun: Feste Termine machen


Verabreden Sie sich für Bewegungsaktivitäten mit Freunden oder suchen Sie sich einen Verein oder eine Sportgruppe. Am besten ist, Sie tragen sich feste Termine zum Sporttreiben in Ihren Kalender. Wenn Sie beruflich viel sitzen müssen, stellen Sie sich ein Erinnerungssignal ein, um aufzustehen, sich zu strecken und Ihren Körper zu lockern.


Risiko Stress und Psyche

Konflikte bei der Arbeit oder in der Partnerschaft, finanzielle Nöte oder auch Zeitprobleme sind Situationen, die Stress in uns auslösen können. In akuten Stresssituationen läuft die Reaktion unseres Körpers immer gleich ab: Unser Gehirn sendet die Botschaft "Gefahr" und schüttet Adrenalin aus, welches den Herzschlag beschleunigt und die Blutgefäße ve

rengt. Die Folge: Der Stoffwechsel erhöht sich – wir sind für die "Flucht" vorbereitet. Jedoch müssen wir heute nicht mehr vor einem "Löwen" wegrennen – heute wird Stress eher als Bedrohung des eigenen körperlichen und geistigen Wohlbefindens wahrgenommen. Kurzzeitiger Stress, auf den eine Phase der Entspannung folgt, trägt oft sogar zu einem Gefühl von Leistungsfähigkeit und Vitalität bei. Bleibt jedoch die Erholungsphase über einen längeren Zeitraum aus, reagiert der Organismus mit Dauerstress-Symptomen. Die bereits zitierte große INTERHEART-Studie fand heraus, dass Menschen, die sich gestresst fühlen, häufiger einen Infarkt erleiden als andere. Eine mögliche Ursache dafür sind Störungen der Reizleitungen des Herzmuskels, die zu Rhythmusstörungen führen. Die Beziehung zwischen Herz und Gehirn ist dabei noch nicht vollständig aufgeklärt. Jedoch scheinen am gefährlichsten für das Herz Wut und Ärger zu sein, denn sie erzeugen ein spezielles Muster an elektrischen Störungen am Herzen, das sich von dem anderer Gefühle deutlich unterscheidet.

Aber nicht nur Wut und Ärger – auch Traurigkeit, Depression und Angst sind schlecht für unser Herz. Zum Beispiel verdoppelt sich nach dem Verlust eines geliebten Menschen das Herzinfarktrisiko von acht auf 16 unter 10.000 Menschen. Außerdem ist die Gefahr, eine Lungenembolie zu erleiden, laut einer englischen Studie von 2014 drei Monate lang erhöht bei Menschen, die über 60 Jahre sind. Es muss aber nicht gleich ein Todesfall sein – eine schlechte Ehe reicht schon. Streit und herabsetzendes Verhalten erhöhen den Blutdruck und beschleunigen den Herzschlag, vor allem bei Frauen. Schuld daran sind Stresshormone. Leider wirken sich Probleme stärker auf das Herz aus, als es umgekehrt liebevolle Unterstützung vermag. Frauen reagieren stärker emotional, sie können sich weniger gut von ihrem Umfeld abgrenzen. Bei Herz-Kreislauf-Symptomen und -Erkrankungen sollte immer abgeklärt werden, wie die psychische Verfassung der Patienten ist. Denn Depressionen sind unter Herzkranken zwei- bis dreimal häufiger als in der Normalbevölkerung.



Massagen, die in besonderem Maße tiefer liegende Faszien stimulieren, wie beispielsweise traditionelle Massagen aus Thailand oder China, beruhigen und machen gute Laune. Auch pflanzliche Arzneimittel wie Johanniskraut, Lavendel oder Passionsblume können bei milden bis mittleren Depressionen helfen.